Die Zwanziger haben gerade erst begonnen und sind jetzt schon übelst mies. Das wusste Tim Adieu schon 2018.
Melancholie ist hier die Kernkompetenz - unironisch sinniert Adieu über die Kränkungen unserer ach so individualisierten Zeit: Liebe, große Gefühle, verpasste Chancen - wen juckts, traurig sind wir alle und manchmal muss er Konzerte unterbrechen, um kurz zu weinen oder zwei zu rauchen.
Der Name seiner ersten LP »Weine nur mein Herz« ist Programm und lässt die Genres Schlager, Ballade und Disco regelmäßig zur Höchstform auflaufen.
Er mag nur ein junger Mann sein, maßlos enttäuscht durch Verheißungen von Jugend und Liebe, doch dieser Sänger verknüpft Herz und Herz mit seinen Melodien, und tröstet durch die Gewissheit, dass wir zumindest in der Einsamkeit nicht ganz alleine sind.